Globalisierung und Wettbewerb

1.1 Globali-
sierung
1.2 Information- und Kommunikation 1.3 Tertiarisierung
der Wirtschaft
1.4 Wissens-
intensivierung
1.5. Regio-
nalisierung
1.6
 

1.5 Regionalisierung

"Regionalisierung" ist kein neues Phänomen, aber als Prozess hat sich Regionalisierung seit etwa Ende der 80er Jahre weltweit wieder verstärkt und dabei teilweise in der Form gewandelt. Dieser Vorgang hat wieder mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zunehmend wird hierbei wahrgenommen, dass das Phänomen der Regionalisierung komplexer geworden ist. Ohne dass bereits ein abschließendes und umfassendes Konzept von Regionalisierung entfaltet werden soll, können einige Stichworte den vielschichtigen Prozess verdeutlichen:

Die Diskussion der Regionalisierung findet oft im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um "Globalisierung" statt; dabei kann sie als Teil, Folge oder Gegenbewegung von Globalisierung angesehen werden.

Regionalisierung tritt auch im Vorderen Orient auf: Beispiele sind Zusammenschlüsse in subregionalen Einheiten der arabischen Welt, wie der UMA oder dem GCC, das Bemühen, eine panarabische Freihandelszone zu schaffen, oder Ansätze in bzw. in Richtung Zentralasien. Regionalisierungsbemühungen finden daneben über "Zwischenräume" (zwischen den herkömmlichen Regionalkategorien) zu benachbarten Regionen statt, wie über das Mittelmeer hinweg (euro-mediterrane Partnerschaft), aber auch über die Sahara, den Kaukasus, das Schwarze Meer oder den Indischen Ozean.

Regionalisierung geht häufig von wirtschaftlichen Aspekten aus: Im Rahmen des Regionalisierungsprozesses wird das ökonomische immer zentraler; auch untersucht werden solche regionalen Kooperations- und Integrationsräume vorwiegend unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Aber so wie Globalisierung ist auch Regionalisierung ein umfassender, vielfältiger Prozess der darüber hinaus politische, soziale sowie religiöse, kulturelle und symbolische Komponenten umfasst. Man denke bspw. an die Sicherheitspartnerschaft im Mittelmeerraum, an politisch motivierte Kooperation und Zusammenschlüsse, an regionale religiöse Beziehungen oder an die Versuche, eine neue Idee von "Mediterranität" bzw. eine gemeinsame Identität des Mittelmeerraumes zu schaffen. Häufig sind diese regionalen Bezugsebenen in der Praxis eng mit wirtschaftlichen Aspekten verflochten, schaffen so Synergieeffekte und stabilisieren sich gegenseitig. Auch in Hinblick auf die wissenschaftlichen Betrachtungsweisen von Regionalisierung sind unterschiedliche Untersuchungsansätze - z. B. politik- und sozialwissenschaftlicher, kulturwissenschaftlicher oder ethnologischer Art - möglich und angebracht.


Quelle: http://www.geo.uni-mainz.de/davo/Arbeitskreise/ak.htm