Globalisierung und Wettbewerb

1.1 Globali-
sierung
1.2 Information- und Kommunikation 1.3 Tertiarisierung
der Wirtschaft
1.4 Wissens-
intensivierung
1.5. Regio-
nalisierung
 
  

1.1 Globalisierung der Märkte und Internationalisierung der Produktion

 

"Globalisierungskonzepte" Hauptelemente und Prozesse
1. Globalisierung von Finanzen und Kapitalbesitz Deregulierung der Finanzmärkte, internationale Kapitalmobilität, Anstieg der Firmenverschmelzungen und -aufkäufe. Globalisierung des Aktienbesitzes in der Frühphase.
2. Globalisierung der Märkte und Marktstrategien Weltweite Integration der Geschäftsabläufe, Etablierung integrierter Operationen im Ausland, (inkl. F&E und Finanzierung), globale Suche nach Komponenten und strategischen Allianzen.
3. Globalisierung von Technologie und der damit verbundenen Forschung und Entwicklung bzw. des Wissens Technologie ist der Schlüsselfaktor: Die Entwicklung der Informationstechnologie und der Telekommunikation ermöglicht die Entstehung globaler Netzwerke innerhalb einer oder zwischen mehreren Firmen. Globalisierung als Prozess der "Toyotisierung"/lean production.
4. Globalisierung von Lebensformen und Konsummustern sowie des Kulturlebens Transfer und Transplantation der vorherrschenden Lebensweisen. Angleichung des Konsumverhaltens. Die Rolle der Medien. GATT-Regeln werden auf Kulturaustausch angewandt.
5. Globalisierung von Regulierungsmöglichkeiten und politischer Steuerung Die reduzierte Rolle nationaler Regierungen und Parlamente. Versuche, eine neue Generation von Regeln und Institutionen für die globale Steuerung zu schaffen.
6. Globalisierung als politische Einigung der Welt Staatenzentrierte Analyse der Integration der Weltgesellschaften in ein globales wirtschaftlich-politisches System unter Leitung einer Zentralmacht.
7. Globalisierung von Wahrnehmung und Bewusstsein Soziokulturelle Prozesse, die sich am "Eine Welt-Modell", der "globalistischen" Bewegung, dem Weltbürgertum orientieren.
Quelle: Die Gruppe von Lissabon, Grenzen des Wettbewerbs. Die Globalisierung der Wirtschaft und die Zukunft der Menschheit. Bundeszentrale für Politische Bildung, 1997, S. 49

Viele Menschen sehen in der Globalisierung eine Bedrohung, weil sie den Verlust von Arbeitsplätzen, die Abwanderung von Forschung und Produktion, von Kapital und Investitionen befürchten. Globalisierung bedeutet, dass immer mehr Menschen, Unternehmen und Länder in die weltweite Arbeitsteilung einbezogen werden. Das bringt gering entwickelten Ländern Wachstum, Industrieländern neue Märkte. Die Globalisierung beschleunigt die technologische Entwicklung, verbessert die Produktivität, verschärft aber auch den Strukturwandel. Arbeitsplätze fallen weg, neue Arbeitsplätze müssen geschaffen werden.

In der Globalisierung sind zwei Trends zu unterscheiden

Ursachen der Globalisierung
Technischer Fortschritt
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Verkehrtechnologien
  • Produkt- und Prozessinnovationen, kurze Produktlebenszyklen
 Politische Veränderungen
  • Änderungen der ordnungspolitischen Grundorientierung
  • Deregulierung
  • Privatisierung
  • Liberalisierung der Außenwirtschaftspolitik
 Ökonomische Entwicklungen
  • neue Finanzinstrumente
  • Entwicklung der Absatzmärkte
  • Neue Wettbewerber
Indikatoren der Globalisierung
 
  • Entwicklung des internationalen Handels
  • Globalisierung der Unternehmen, insbesondere Direktinvestitionen
  • Globalisierung der Finanzmärkte (internationale Anleihen, derivate Finanzinstrumente, Devisentransaktionen)

Durch die Globalisierung werden Regionen und Kommunen zu Bestandteilen von weltweit offenen Märkten und Wirtschaftsprozessen und müssen sich mit den daraus entstehenden Zwängen und Erfordernissen auseinandersetzen.

Die neuen Wettbewerbsbedingungen zwingen die Unternehmen zur Veränderung ihrer Strukturen: "Downsizing", "Just-in-time-Production", Lean Production", "Outsourcing" etc. sind Schlagworte, welche diesen Prozess der radikalen Umwälzung der Unternehmensstrukturen kennzeichnen.

Der Welthandel

Quelle: www.wto.org/english/res_e/statis_e/its2009_e/section1_e/i06.xls

Die Entwicklung des Welthandels belegt diesen Globalisierungsprozess. Seit 1948 hat sich das Volumen des Welthandels vervielfacht, sowohl nominal als auch real. on der Globalisierung der Märkte reden Wirtschaftsexperten, wenn sie den sprunghaft gewachsenen internationalen Wettbewerb meinen.

Der größte Teil des internationalen Handels konzentriert sich auf Nordamerika, Westeuropa und die Industrieländer Asiens. Aber zunehmend stoßen bisherige Entwicklungsländer in diese Riege.

Die erhebliche Zunahme der Direktinvestitionen seit den 80er Jahren stellt eine spürbare Intensivierung der weltwirtschaftlichen Verflechtung dar, welche in die einzelnen nationalen Volkswirtschaften auf die verschiedensten Weisen zurückwirkt.

Viele deutsche Firmen waren in den letzten Jahren gezwungen, Kosten zu sparen, um ihre Produkte international wettbewerbsfähig anbieten zu können. Sie haben rationalisiert, in klassischen Branchen wie dem Maschinenbau gab es einen einschneidenden Strukturwandel – viele Arbeitsplätze gingen so verloren. Deshalb macht die Globalisierung vielen Menschen Angst.