Aufmerksamkeit. Kapitel 1: Aufmerksamkeit und Bewusstsein

© h.zell

5.1 Sensitivität und Achtsamkeit 5.2 Das "leere Bewusstsein" 5.3 Selektivität und Konzentration 5.4 Flexibilität und Liquidität 5.5 Energie und Intensität

 

5.2 Wahrnehmung ist Null. Das „leere Bewusstsein“

 

 

Im Zustand des „leeren Bewusstsein“ werden keine Eindrücke wahrgenommen. Das Bewusstsein ist leer, auf der inneren Leinwand ist nichts. Das ist ein „bewusstloser“ Zustand, aber anders als bei einer Ohnmacht. Im Gegensatz zu einer Ohnmacht, bedingt durch einen starken Schlag auf den Kopf oder einen Blutdruckabfall, bleibt hier noch eine schwer zu bestimmende Art der Wahrnehmung.

Beschrieben wird der Zustand in der Zen-Literatur:



„Und daher ist in der Leere keine Form,

weder Empfindung, Wahrnehmung, Wollen oder unterscheidendes Denken,

weder Auge, Ohr, Nase, Zunge oder Körper,

weder Farbe, Ton, Duft oder Geschmack,

weder Berührbares noch Vorstellung,

weder ein Bereich der Sinnesorgane noch ein Bereich des Denkens,

weder Unwissenheit noch Ende von Unwissenheit.“

 

Herz Sutra, Haus St. Benedict, Würzburg

 

Das „leere Bewusstsein“ ist kein Zustand, der für die meisten von uns erreichbar ist. Er ist eher ein "Idealtypus" und erlaubt es bestimmte Dinge besser verstehen zu können. Real gibt es nun Annäherungen an diesen Zustand. Ein leer werdendes Bewusststein hat die Vorteile: