Aufmerksamkeit. Kapitel 1: Aufmerksamkeit und Bewusstsein

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5.1 Sensitivität und Achtsamkeit 5.2 Das "leere Bewusstsein" 5.3 Selektivität und Konzentration 5.4 Flexibilität und Liquidität 5.5 Energie und Intensität

 

5.1 Sensitivität und Achtsamkeit

Sensitivität meint die Empfindlichkeit gegenüber Sinneseindrücken, wie deutlich bestimmte Eindrücke wahrgenommen werden. Diese ist bestimmt

Die Sinneswahrnehmung kann durch Übung geschärft werden. Eine Möglichkeit dazu ist es, die Wahrnehmung trübende Störungen auszuschalten. Eine sensiblere und umfassendere Wahrnehmung führt zu mehr Eindrücken, macht das Leben lebendiger und kreativer. Die Wahrnehmung kann gegenüber allen oben dargestellten Quellen sensibler werden; die Augen, die Ohren nehmen empfindlicher wahr, wir nehmen mehr an Körpereindrücken und wir können aufmerksamer gegenüber unseren Eindrücken aus dem Gedächtnis sein. Nur alles zusammen und gleichzeitig, das geht nicht.

Es ist nicht immer von Vorteil, Eindrücke stark und deutlich wahrzunehmen. Das gilt besonders für Störungen, etwa Hintergrundgeräusche, die Bewegtheit des städtischen Lebens, schmerzhafte Erinnerungen. Diese ausblenden zu können, ist eine wünschenswerte Fähigkeit. Anderseits ist es von Vorteil, sich auf die wichtigen Dinge, die „sinnvollen“ Dinge, konzentrieren zu können um sie deutlich und klar wahrzunehmen.

In dieser Weise ist es wichtig, die Sensitivität steuern zu können, etwa wie eine Blende an einem Fotoapparat oder an einer Filmkamera. Wenn das Licht zu grell wird, macht man die Blende zu, um den Film nicht überzubelichten. Entsprechend gilt bei der Steuerung der Sensitivität: Auch hier muss manchmal abgeblendet, manchmal aber auch aufgeblendet werden. Diese Größe mit einer großen Varianz und Flexibilität (Schnelligkeit) steuern zu können, ist also ein offensichtlicher Vorteil im Alltagsleben.

Wenn es gelingt, die Sensitivität gegenüber den Reizen aus allen Wahrnehmungsquellen auf Null zu reduzieren, hat man den Zustand „Leeres Bewusstsein“.