Organisationslehre

2.1 Zentralisierung und Regelungsgrad 2.2 Aufgabenanalyse 2.3 Aufgabensynthese 2.4 Stellenbildung 2.5 formell - informell 2.6 Aufgaben

 

2.3 Aufgabensynthese

Der Phase der Aufgabenanalyse folgt die Aufgabensynthese, d.h. die Zusammenfassung der Teilaufgaben zu Aufgabenkomplexen für die Bildung von Abteilungen und Stellen .

Ziel der Aufgabensynthese ist es, die durch die Aufgabenanalyse ermittelten Teilaufgaben so zu kombinieren, dass daraus arbeitsteilige Einheiten, Abteilungen und Stellen entstehen. Stellen sind als die kleinsten Einheiten die Grundelemente der organisatorischen Struktur.

Das Ergebnis der Aufgabensynthese ist der Stellenplan der Unternehmung, der als Organisationsschaubild (oder Organigramm) graphisch dargestellt wird.

Es gibt keine allgemeine Regel, wie viele Teilaufgaben und welche Arten von Aufgaben zu einer Stelle zusammengefasst werden sollen. Es gibt grundlegende Prinzipien, nach denen die Aufgaben zu einzelnen Abteilungen oder Stellen gebündelt werden können. Man spricht dabei von Formen der Zentralisation. Die Verrichtungs- und die Objektzentralisation sollen hier näher vorgestellt werden.


Funktions- oder verrichtungsorientierten Organisationsstruktur

Verrichtungen (= Tätigkeiten oder Funktionen). Bei der Verrichtungszentralisation werden gleichartige Verrichtungen zu Aufgabenkomplexen zusammengefasst, z.B.

Man kommt dann zu einem funktionsorientierten Organisationsaufbau:

Auf der nächst tieferen Ebene 3 kann dann wieder objektorientiert gegliedert werden, wie die folgende Abbildung beispielhaft zeigt.


Objekt- oder Produktzentralisation

Bei der Objekt- oder Produktzentralisation werden alle Verrichtungen an einem Objekt werden zu einem Aufgabenkomplex zusammengefasst. Objekte können sein: Produkte, Produktgruppen, abgrenzbare Käuferschichten sowie regionale Märkte. Beispiel: Alle Arbeiten am Produkt 1 werden in einer speziellen Abteilung durchgeführt.

 


Die divisionale Organisationsstruktur oder Spartenorganisation

Die divisionale Organisationsstruktur  zeichnet sich dadurch aus, dass auf der zweiten Ebene (also unterhalb der Unternehmensleitung) das Objektprinzip angewendet wird, und auf der dritten Ebene das Funktionsprinzip (d.h. beispielsweise Beschaffung, Fertigung, Marketing, Verwaltung). Diese Organisationsform wird auch als Spartensystem bezeichnet.


Center-Konzepte

Das Cost-Center-Konzept
Das Cost-Center-Konzept kann bei der Gebildestruktur der divisionalen Organisation oder Spartenorganisation zur Anwendung kommen. Die Division ist dabei für die Kosten verantwortlich. Bei vorgegebenen mengenmäßigen Umsatz und vorgegebenen Nebenbedingungen in Bezug auf Produktqualität und Servicegrad besteht die Zielerreichung der Division in der Einhaltung einer bestimmten Gesamtkostengröße oder in der Kostenminimierung. Anwendung findet dazu das Budgetsystem [Wittlage 1998 : 129]

Das Profit-Center-Konzept
Das Profit-Center-Konzept erweitert die Verantwortlichkeit der Division zur Gewinnverantwortlichkeit. Der Division wird volle Handlungsfreiheit zur Erreichung einer vorgegebenen Gewinngröße gewährt (Management by Objectives). Dabei ist es möglich, dass diese Handlungsfreiheit durch Restriktionen wie Produktgruppe, Qualität, Servicegrad usw. aufgrund der Zielsetzung der Gesamtunternehmung eingeengt wird.

Das Investment-Center-Konzept
Das Investment-Konzept überlässt den Divisions – abweichend vom Cost- und Profit-Center-Konzept – darüber hinaus zusätzlich die Investitionsentscheidung im Rahmen der zugewiesenen Finanzierungsmittel. Die Verantwortlichkeit wird damit zur Kapitalverantwortlichkeit erweitert. Die Gesamtunternehmung übernimmt die Finanzierung der Investition [Wittlage 1998: 129]


Zell, Helmut: Die Grundlagen der Organisation. Lernen und Lehren, Norderstedt 2017