Organisationslehre

1.1 Der Begriff der
Organisation
1.2 Theorie und Praxis der Organisation 1.3 Unternehmens-
ziele
1.4 Wichtige Wegbereiter der
Organisationslehre
1.5 Rahmen-
bedingungen
 

 

1.1 Der Begriff der Organisation

Unter „Organisation“ wird im allgemeinen Sprachgebrauch dreierlei verstanden:

1) „Organisation“ als Institution

Unternehmen, Betriebe, Behörden, Stadtverwaltungen sind Organisationen. „Der Betrieb ist eine Organisation“.

2) „Organisation“ als Tätigkeit oder Funktion

Organisation als eine Entwicklung einer Ordnung der betrieblichen Tätigkeiten (Strukturierung, Gestaltung) mit dem Ziel, eine ökonomische Effizienz des Betriebes zu erreichen. „Der Betrieb wird organisiert“ [Wöhe 1978: 143]. Den Mitgliedern des Unternehmens werden dadurch Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen zugewiesen.

3) „Organisation“ als Ergebnis

Die Aufbau- und Ablaufstruktur des Unternehmens als Ergebnis des gestalterischen Prozesses. „Der Betrieb hat eine Organisation“. [Spur 1994: 198]. Organisation ist ein bewusst gestaltetes System von Regelungen für die sich im Unternehmen vollziehenden Prozesse.

„Organisation“ in diesem dritten Sinn ist


Zell, Helmut: Die Grundlagen der Organisation. Lernen und Lehren, Norderstedt 2011


Organisieren und Organisation im umgangssprachlichen Gebrauch
-
beschaffen
- etwas auf mehr oder weniger illegale Weise beschaffen
- strukturieren
- in die Wege leiten
- Dinge oder Menschen anordnen
- besorgen


Einige Thesen zu Organisation

- Das Peter-Prinzip (Laurence J. Peter): Die These, die besagt, dass „in einer Hierarchie jeder Beschäftigte dazu neigt, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen“ („In a hierarchy every employee tends to rise to his level of incompetence.“).

- Parkinsonschen Gesetze (Cyril Northcote Parkinson), die in vielen Büros der Welt Gültigkeit haben: a) Jeder Beamte und Angestellte wünscht die Zahl seiner Untergebenen, nicht jedoch die Zahl seiner Rivalen zu vergrößern. b) Beamte und Angestellte schaffen sich gegenseitig Arbeit.

- Dilbert Prinzip: Die These, die besagt, dass die unfähigsten Mitarbeiter systematisch ins Management versetzt werden, weil sie dort den geringsten Schaden anrichten. Dadurch verfügt die Person im Management weder über die notwendigen sozialen Kompetenzen, noch über die für den geführten Bereich notwendigen fachlichen Kenntnisse.

Zitate
Der Chef organisiert von Zeit zu Zeit den Betrieb völlig um. Das schadet aber nichts, weil ja alles beim Alten bleibt. (Kurt Tucholsky, 1890 – 1935)

Daß überhaupt organisiert wird, flößt uns viel mehr Hochachtung ein als was und wie eigentlich organisiert wurde. (Kurt Tucholsky, 1890 – 1935)

"We trained hard, but it seemed that every time we were beginning to form up into teams, we would be reorganized. I was to learn later in life that we tend to meet any new situation by reorganizing; and a wonderful method it can be for creating the illusion of progress while producing confusion, inefficiency, and demoralization." (offenbar fälschlicherweise häufig Gaius Petronius Arbiter (210 BC) zugeschrieben, geht aber auf Charlton Ogborn, Jr, (1911 – 1998) zurück. (vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Charlton_Ogburn)