Management und Führung

2.1 Motivation und Führung 2.2 Herzberg - McGregor - Simon

2.2 Herzberg / McGregor / Simon-March

Herzberg: Hygiene- und Motivationsfaktoren

Frederick I. Herzberg (1923 - 2000), US-amerikanischer Arbeitswissenschaftler und Psychologe) untersuchte ausgehend von Maslow die Frage nach der Arbeitsmotivation. Dabei fand er zwei Faktoren.

Hygienefaktoren Motivationsfaktoren
dienen zur Beseitigung von Unzufriedenheit fördern die Zufriedenheit
  • Geschäftspolitik
  • Arbeitsbedingungen
  • Einkommen
  • Beziehungen zu Vorgesetzen, Kollegen
  • Erfolg
  • Anerkennung für erbrachte Leistung
  • Verantwortung
  • beruflicher Aufstiege
beziehen sich auf Arbeitsumwelt beziehen sich auf Arbeitsinhalt

McGregor. Theorie X und Theorie Y

Douglas McGregor (1906 – 1964) amerikanischer Psychologe, gehörte zu der Human Relations School um Maslow, Herzberg und anderen.
Seine „Theorie X“ und „Theorie Y“  beschreiben 2 unterschiedliche Menschenbilder:

Theorie X Theorie Y
Negatives Menschenbild Positives Menschenbild
Annahmen über den Mitarbeiter:
• angeborene Abneigung gegen Arbeit
• auf Sicherheit bedacht
• vermeidet Verantwortung und Engagement
Annahmen über den Mitarbeiter:
• setzt sich freiwillig für Ziele ein
• bereit sich zu engagieren
• übernimmt Verantwortung
Führungsprinzip Führungsprinzip
• Anleitung und Kontrolle • Schaffung solcher Bedingungen, dass die Mitarbeiter ihre eigenen Ziele und Bedürfnisse leben können
• Persönliche Fähigkeiten entwickeln

McGregor sieht die Gefahr der „Self-fulfilling-prophecy“: „Leute, die von der Möglichkeit ausgeschlossen sind, bei ihrer Arbeit die Bedürfnisse zu befriedigen, die in ihnen da sind, verhalten sich genau so, wie wir es wohl voraussagen möchten: in Trägheit, Passivität, Verantwortungsscheu; sie sträuben sich gegen Veränderungen, sind anfällig für Demagogen und stellen geradezu absurde Ansprüche nach ökonomischen Vorteilen“.

Ein Vorgesetzter, der der "X-Theorie" zuneigt, wird sich eher für den autoritären Stil entscheiden. Dagegen wird ein Vorgesetzter, der der Y-Theorie zuneigt, eher zu einem kooperativen Führungsstil neigen.

McGregor hat Anfang der 50er Jahre die Nützlichkeit seine Theorie Y bei einem Beratungsprojekt für den Konzern Procter&Gamble unter Beweis gestellt: Die Leistungsergebnis der Niederlassung der Firma in Georgia übertraf die der anderen Zweigwerke bald deutlich.


Simon-March: Anreiz-Beitragstheorie

Herbert A. Simon (1916 - 2001) / James G. March (* 1928), Standford University, US-amerikanischer Organisationstheoretiker

Der Grundgedanke der Anreiz-Beitrags-Theorie ist es, dass bei der Entscheidung, einer bestimmten Organisation zu bleiben, zwei Größen einander gegenüber stehen: „Anreiz“ (Entlohnung, Prestige) und „Beitrag““ (Arbeitsleistung). Nur wenn die Anreize gleich oder größer sind als der Beitrag, wird jemand bei der Organisation beitreten oder dabeibleiben.

Jemand leistet seinen Beitrag für die Organisation (Kapital, Arbeit, Lieferung), wenn er dafür einen angemessenen Anreiz (Zins, Vergütung, Lohn) erhält bzw. erwarten kann. Die Beiträge sind die Quelle, aus denen die Anreize geleistet werden; Anreize liefern die Motivation zur Leistung von Beiträgen.

Die Existenz der Organisation ist so lange gesichert, wie ausreichende Beiträge vorhanden sind. Der einzelne bleibt so lange Mitglied der Organisation, wie er die Anreize mindestens gleich hoch bewertet wie seinen Beitrag.

Für den Führungsstil heißt dies: Ist der Mitarbeiter zufrieden und motiviert, wird er größere Beiträge erbringen. Haben dagegen Arbeitsumfeld und –inhalt wenig Wert für ihn, so ist er möglicherweise nur durch ein höheres Einkommen noch für das Unternehmen zu halten und erbringt wahrscheinlich dennoch eine geringe Leistung. (Birker, Klaus: Führungsstile und Entscheidungsmethoden, Berlin, 1997, S. 132)