Interkulturelles Management

2.1 Hofstede, Lokales Denken 2.2 Symbole, Helden .. 2.3 Dimensionen 2.4 Dimensionen 2.5 Kulturschock

2.2 Symbole, Helden, Rituale und Werte

Kulturelle Unterschiede manifestieren sich auf verschiedene Weise. Unter den vielen Begriffen, mit denen man Manifestationen der Kultur beschreibt, decken die vier folgenden den Gesamtzusammenhang recht gut ab: Symbole, Helden, Rituale und Werte. In Abbildung werden diese als Schalen einer Zwiebel dargestellt, womit angedeutet werden soll, dass Symbole die oberflächlichsten und Werte die tiefgehendsten Manifestationen von Kultur sind und Helden sowie Rituale dazwischen liegen. [Hofstede, Geert: Lokales Denken, globales Handeln. Kulturen, Zusammenarbeit und Management, München, 1997, S. 8 (Orginal in Englisch 1991)]

Symbole sind Worte, Gesten, Bilder oder Objekte, die eine bestimmte Bedeutung haben, welche nur von denjenigen als solche erkannt wird, die der gleichen Kultur angehören. Die Worte einer Sprache oder Fachsprache gehören zu dieser Kategorie, ebenso wie Kleidung, Haartracht, Coca-Cola, Flaggen und Statussymbole. Neue Symbole entwickeln sich rasch, und alte verschwinden; Symbole einer kulturellen Gruppe werden regelmäßig von anderen nachgeahmt. Deshalb wurden die Symbole in der äußeren, oberflächlichsten Schicht in Abbildung platziert. [Hofstede 1997: 8]

Helden sind Personen, tot oder lebend, echt oder fiktiv, die Eigenschaften besitzen, welche in einer Kultur hoch angesehen sind; sie dienen daher als Verhaltensvorbilder.

Rituale sind kollektive Tätigkeiten, die für das Erreichen der angestrebten Ziele eigentlich überflüssig sind, innerhalb einer Kultur aber als sozial notwendig gelten: sie werden daher um ihrer selbst willen ausgeübt. Formen des Grüßens und der Ehrerbietung anderen gegenüber, soziale und religiöse Zeremonien sind Beispiele hierfür. Geschäftliche und politische Zusammenkünfte, die aus scheinbar rationalen Gründen organisiert werden, dienen häufig vor allem rituellen Zwecken, beispielsweise um den führenden Persönlichkeiten Gelegenheit zur Selbstbehauptung zu geben.

Den Kern der Kultur nach Abbildung bilden die Werte. Als Werte bezeichnet man die allgemeine Neigung, bestimmte Umstände anderen vorzuziehen. Werte betreffen:

Entwicklungspsychologen glauben, dass das Grundwertesystem bei den meisten Kindern im Alter von 10 Jahren fest verankert ist und Änderungen nach diesem Alter schwierig sind. Viele der eigenen Werte sind dem betreffenden Menschen nicht bewusst, weil er sie so früh im Leben erworben hat. Man kann daher nicht über sie diskutieren, und für Außenstehende sind sie nicht direkt wahrnehmbar. Man kann lediglich aus der Art und Weise, wie Menschen unter verschiedenen Umständen handeln, auf sie schließen. [Hofstede 1997: 9]

Bei der Interpretation der Aussagen von Menschen über deren Werte ist es wichtig, zwischen dem Wünschenswerten und dem Erwünschten zu unterscheiden.

Fragen nach dem Wünschenswerten beziehen sich auf Menschen im allgemeinen und sind nach Kriterien wie richtig/falsch, Zustimmung/Ablehnung und ähnlichem formuliert. Antworten über das Wünschenswerte drücken die Ansichten der Menschen darüber aus, was eine Tugend darstellt und was einer Sünde entspricht.

Demgegenüber wird das Erwünschte dadurch ausgedrückt; was wir für wichtig halten, was wir für uns selbst wünschen, einschließlich unserer weniger tugendhaften Wünsche. Aussagen über das Erwünschte kommen zwar dem tatsächlichen Verhalten näher, müssen aber nicht unbedingt der Art und Weise entsprechen, wie Menschen sich wirklich verhalten. Menschen handeln in der Praxis nicht immer so, wie es es auf dem Fragebogen angeben. [Hofstede 1997: 10]

Was das Wünschenswerte vom Erwünschten unterscheidet, ist die Art der jeweiligen Normen. Normen sind die Normalformen von Werten, die in einer Gruppe oder Kategorie von Menschen existieren. In der Umgangssprache werden die Begriffe "Norm" und "Wert" häufig synonym verwendet. [Hofstede 1997: 10]