Interkulturelles Management

1.1 Interkulturelles
Lernen
1.2 Anekdote 1.3 Industrie-
ansiedlung in Irland
1.4 Zeit 1.5 .. 1.6 

 

1.1 Erlernen interkultureller Kommunikation 

Interkulturelle Kommunikation kann erlernt werden. Ein solches Lernen setzt das Vermögen voraus, seine eigenen gehegten Überzeugung aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Manche Menschen sind darin begabter als andere. Menschen mit einem übermäßig aufgeblasenen Ego, die nicht bereit sind, Ungewissheiten ihrem Leben zu akzeptieren, die emotional labil sind, mit rassistische politischen Gruppen sympathisieren, werden kaum dafür geeignet sein. (Hofstede 1997: 320)

Das Erlernen interkultureller Kommunikation besteht aus drei Phasen:

1. Bewusstwerden. Das ist das Erkennen, dass ich durch die Umgebung, in der ich aufgewachsen bin, mit einer bestimmten mentalen Software ausgestattet bin, und dass andere, die in einer anderen Umgebung aufgewachsen sind, aus genauso guten Gründen mit einer anderen mentalen Software programmiert sind. Ohne dieses Bewusstsein würde man durch die Welt reisen und sich als etwas besseres vorkommen und taub und blind sein für alle Signale der Relativität der eigenen mentalen Programmierung (Hofstede 1997: 321).

2. Wissen. Dann sollte das Wissen folgen. Wollen wir mit bestimmten anderen Kulturen umgehen, müssen wir etwas über diese Kulturen lernen. Wir sollten etwas über ihre Symbole, Helden und Rituale lernen. Obwohl wir womöglich nie ihre Werte teilen werden, können wir zumindest versuchen, zu begreifen, inwieweit diese Werte von unseren abweichen.

3. Fertigkeiten. Die Fertigkeiten bauen auf Bewusstmachung und Wissen auf und schließen die Praxis mit ein. Wir müssen die Symbole der andere Kultur erkennen und anwenden, ihre Helden erkennen, ihre Rituale praktizieren. Dann können wir in unserer neuen Umgebung anfangen, uns zurechtzufinden.

 

Maßnahmen interkultureller Bildung

 

länderspezifisch

länderunspezifisch

thematisierend
(Wissen lernen)
Landeskunde

Kulturverständnis

Kulturbegriffe

Kulturtheorien

erfahrungsbildend
(Durch Training Verhalten lernen)
(länderspezifisches) interkulturelles Training (länderunspezifisches)
 interkulturelles Training
Quelle: K.-H. Flechsig 1998, modifiziert, http://wwwuser.gwdg.de/~kflechs/iikdiaps1-98.htm#3 (Abruf 15.12.2010
 

Landeskunde: Solche Kurse sind darauf ausgerichtet, spezielles Wissen über die Kultur eines bestimmten Landes zu vermitteln. Landeskunde informiert diejenigen, denen ein Auslandsaufenthalt bevorsteht  über das Land, seine Geographie, Geschichte, Gebräuche, Hygiene, Benimmregeln, was man mitnehmen sollte (Wie beschaffe ich mir ein Fahrzeug? Wie viel Volt hat das Stromnetz, ). Die Institutionen, die diese Sorte von Kursen anbieten, verfügen meistens über gut bestückte Bibliotheken und Videotheken für eine individuelle Vorbereitung im Schnellverfahren. Das Erlernen der einheimischen Sprache stellt natürlich eine bessere Vorbereitung für den Aufenthalt in einem fremden Land dar.

Länderunspezifische Kurse zu interkultureller Kommunikation: Dabei geht es um die Vermittlung von allgemeinem Wissen über kulturelle Unterschiede. Das Training, das der Bewusstmachung dient, konzentriert sich auf die eigene mentale Software und darauf, wo diese von der anderen abweicht. Dieses Training ist nicht spezifisch für ein bestimmtes Land; das Wissen und die Fertigkeiten, die darin vermittelt werden, können in jeder fremden kulturellen Umgebung angewandt werden.


Hofstede, Geert: Lokales Denken, globales Handeln. Kulturen, Zusammenarbeit und Management, München 1997