Entwicklungsökonomie - Grundlagen

3.1 Produktionstheoretische Grundlagen 3.2 Kapitalakkumulation 3.3 Wachstumstheorien 3.4 Kapitalgüter 3.5 Technischer Fortschritt

3.1 Produktionstheoretische Grundlagen

Die Produktionsfunktion

Die Produktion kann als Transformationsprozeß begriffen werden, in dem Güter und Leistungen (Produktionsfaktoren, Inputs) unter Verlust ihrer Identität in neue Güter und Leistungen (Ertrag, Output) verwandelt werden.

Produktion kann man unter technischen oder ökonomischen Gesichtspunkten betrachten.

Es gibt konstante (z.B. Kapitalkosten) und variable Faktoren (Vorprodukte).

Produktionsfunktion beschreibt eine eindeutige Zuordnung zwischen Output und den Inputs im Rahmen einer konstanten Technik (für die analytische Darstellung werden üblicherweise nur zwei Inputs betrachtet).

Output X = f(v1, v2)

 "Gesetz der abnehmenden Grenzrate der Substitution"

Die Grenzrate der Substitution ist definiert als die Menge des Faktors v2, die die der Betrieb ohne Veränderung seiner Produktionsmenge verzichten kann, wenn er eine weitere Einheit des Inputs v1 zusätzlich einsetzt.

Arbeitsintensität = Arbeit/Kapital Kapitalintensität = Kapital/Arbeit

Kapitalstock, Kapitalkoeffizient, Kapitalintensität

Jahr Kapitalstock Mrd. DM Kapitalkoeffizient Kapitalintensität 100 DM
1960 3.031 3,5 116
1970 5.285 4,0 199
1980 7.873 4,6 292
1990 10.245 4,8 360
Quelle: Statistisches Bundesamt, Datenreport 1992, S. 270

Kapitalkoeffizient = Kapitalstock / Bruttoinlandsprodukt

Volkswirtschaftliche Kapitalintensität = Bruttoanlagevermögen zu konstanten Preisen / Zahl der Erwerbstätigen

Kapitalkoeffizient ist 1/Kapitalproduktivität, d.h. Kapitalstock / Bruttoinlandsprodukt. D.h. ein steigender Kapitalkoeffizient bedeutet, daß die Kapitalproduktivität sinkt.


Arbeitsproduktivität

Arbeitsproduktivität = Output/Arbeit Bruttowertschöpfung / Erwerbstätige

Volkswirtschaftl. Arbeitsproduktivität = Bruttowertschöpfung / Zahl der Erwerbstätigen, d.h. Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen

Bruttowertschöpfung in Preisen von 1985 je Erwerbstätigen (1970 = 100)
Jahr Land- und Forstwirtschaft Produzierendes Gewerbe Handel und Verkehr Dienstleistungs- unternehmen Staat, private Haushalte Bruttowert- schöpfung insgesamt
1960 55 66 63 79 87 66
1970 100 100 100 100 100 100
1980 183 132 128 115 105 129
1990 343 153 154 128 106 150
Quelle: Statistisches Bundesamt, Datenreport 1992, S. 270

Kapitalproduktivität = Output/Kapital; Kapitalproduktivität = Bruttowertschöpfung geteilt durch Kapitalstock

Ertragsgesetz

"Gesetz des abnehmenden Grenzertrags", in der Landwirtschaft, erst zunehmende, dann abnehmende Grenzerträge, auf einem gegebenem Stück Land, z.B. einem Hektar, Output z.B. Kartoffeln