Entwicklungsökonomie – Grundlagen

1.1 Warum das Thema? 1.2 Faktoren 1.3 Theorien und Begriffe 1.4 Akteure 1.5 Messen von Entwicklung

1.1 Warum das Thema Entwicklungsökonomie?

Was sind die Ursachen für die wachsende Kluft zwischen reich und arm?

Entwicklung = f(x1, x2, x3, ....xn

Unterentwicklung = f(y1, y2, y3,  .... yn)

Bedingungen für Entwicklung; Bedingungen für Unterentwicklung

Die beiden folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Länder hinsichtlich Lebenerwartung und Pro-Kopf-Einkommen vom Jahr 1800 zum Jahr 2009 auseinander entwickelt haben.

Quelle: http://www.gapminder.org/  

 

Der folgende Text aus dem dritten vorchristlichen Jahrhundert zeigt, in welchem Maße zu der Zeit in Griechenland die gesellschaftliche Arbeitsteilung schon entwickelt war.

707 TELES, Hense 49-51
[49] Wenn man ein glückliches Leben am Überwiegen der Lust messen wollte, könnte niemand glücklich sein, sagt ' Krates. Nein, wenn wir unser ganzes Leben in seinen einzelnen Abschnitten überblicken, werden wir finden, dass Schmerz bei weitem überwiegt. Erstens einmal ist die Hälfte des Lebens - die Zeit, die ich schlafend verbringe - weder so noch so. Ferner ist der erste Lebensabschnitt - die Kinderjahre - mühselig. [50] Das Kind hat Hunger - die Amme legt es ins Bettchen. Es hat Durst - sie wäscht es. Es möchte schlafen - sie rasselt mit der Klapper.
Kaum ist er der Amme entwachsen, übernehmen ihn Hauslehrer, Sportlehrer, Schullehrer, Musik- und Zeichenlehrer. Er wächst heran: Nun kommen Rechen-, Geometrie- und Reitlehrer. [[Sie alle verhauen ihn.]] Im Morgengrauen weckt man ihn; Freizeit gibt's nicht. Schon bald ist er Ephebe, und nun muss er den Aufseher fürchten, den Turnlehrer, den Fechtlehrer, den Leiter der Sportschule. Von ihnen allen wird er verhauen, überwacht, am Genick gepackt. Er hat die Ephebenzeit überstanden, ist schon zwanzig. Immer noch muss er sich vor dem Leiter der Sportschule fürchten, sich nach ihm rich ten, dazu vor dem Kommandanten. Wachdienst wird befohlen: er und die Kameraden versehen den Wachdienst; Nachtwachen werden befohlen: er und die Kameraden halten nachts Wache. Verladen auf Schiffe wird befohlen: Er und die Kameraden lassen sich verladen.
Jetzt ist er ein Mann in den besten Jahren. Er leistet Militärdienst, nimmt im Auftrag des Staates an Gesandtschaften teil, bekleidet ein politisches Amt, wird General, stattet ein Drama aus, organisiert ein Sportfest. »Wie schön war das Leben<<, sagt er, >> als ich noch ein Kind war! << Er hat die besten Jahre hinter sich und nähert sich dem Greisenalter. Man behandelt ihn wieder wie ein Kind, und er sehnt sich nach der Jugend und klagt:
„Die Jugend ist mir immer lieb, jedoch das Alter beschwerlicher als der Aetna.“
Luck, Georg: Die Weisheit der Hunde. Texte der antiken Kyniker in deutscher Übersetzung mit Erläuterungen, Kröners Taschenbuchausgabe Band 484, 585 Seiten, Verlag: Kröner, A (1. Januar 1997), Seite 279f.

Teles von Megara (altgriechisch Τέλης Télēs) war ein griechischer antiker Philosoph, der im 3. Jahrhundert v. Chr. lebte. Man zählt ihn zu den Kynikern.